Elbschifffahrtstag 2016

Elbschifffahrtstag 2016 in Hamburg

© Elbe Allianz e.V.

Der Elbe Allianz e.V. hat die Bundesregierung aufgefordert, die Beratungen zum „Gesamtkonzept Elbe“ in diesem Jahr abzuschließen und für eine auskömmliche Finanzierung sowie zügige Umsetzung nachhaltiger Unterhaltungsmaßnahmen Sorge zu tragen. Im „Gesamtkonzept Elbe“ sollen die verkehrliche Nutzung der Mittel- und Oberelbe sowie die wasserwirtschaftlichen Anforderungen mit der Erhaltung des Naturraums Elbe in Einklang gebracht werden. „Insbesondere mit Blick auf die letzten beiden Jahre, welche durch extremes Niedrigwasser geprägt waren, ist dies auch dringend notwendig. Die unzureichenden Unterhaltungsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte haben diese schwierige Situation für die Schifffahrt weiter verschärft“, so Stefan Kunze, Vorsitzender des Elbe Allianz e.V., vor mehr als 100 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in der Handelskammer Hamburg. Eine konsensuale Lösung zwischen Wirtschaft und Umwelt könnte darin liegen, zunächst die Beweggründe beider Seiten zu akzeptieren, so Kunze weiter. Der Wirtschaft gehe es um die Verbesserung der Schiffbarkeit bei Niedrigwasser, den Umweltverbänden um die Bekämpfung der Sohlerosion bei Mittelwasser. Die Diskussionen im Beratergremium des Gesamtkonzeptes Elbe würden diese beiden Themen in den kommenden Monaten in den Fokus nehmen.

Im Rahmen des Elbschifffahrtstages wurde zudem die Bedeutung des Elbstromgebiets mit seinen Kanälen hervorgehoben und der Systemcharakter der Wasserwege für den Transport von Waren unterstrichen. Ganz in diesem Sinne wurde auch die gegenseitige Mitgliedschaft zwischen dem „Bündnis für den Elbe-Seitenkanal e.V.“ und dem Elbe Allianz e.V. gekannt gegeben. „Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit und den Austausch. Der Elbschifffahrtstag 2016 hat eindeutig gezeigt, dass sowohl die Mittel- und Oberelbe als auch die Kanäle von enormer Bedeutung für die Region sind“, so Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg und Leiter des Bereiches Standortpolitik. Der Elbe-Seiten-Kanal spielt seine Vorteile in der ganzjährigen Nutzbarkeit als Ladungsbringer für den Hamburger Hafen aus, wogegen die Elbe dreilagige Containerverkehr und vor allem Projektladung gut ermöglicht. Die erfreuliche Einordnung des Ersatzbaus der Schleuse Scharnebeck im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 belegt, welches Potenzial der Kanal gerade nach Beseitigung des Flaschenhalses der alten Schleuse hat.

Organisatoren des Elbschifffahrtstages sind die Elbe Allianz e.V. in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg und weiteren elf Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung. Die Elbschifffahrtstage finden seit den 1930er Jahren im zweijährigen Rhythmus in verschiedenen Städten entlang der Elbe statt. Die Elbe Allianz e.V. ist ein Zusammenschluss von rund 100 Unternehmen aus der verladenden Wirtschaft und der Verkehrswirtschaft, Landes- und Kommunalbehörden sowie regionalen Industrie- und Handelskammern beiderseits der Elbe einschließlich der Tschechischen Republik (www.elbeallianz.org).

Das Programm sowie die Vorträge des diesjährigen Elbschifffahrtstages finden Sie hier.