2. Regionalkonferenz Gesamtkonzept Elbe

2. Regionalkonferenz Gesamtkonzept Elbe - Zwischen Bilanz und Aufbruch 

Podiumsdiskussion: Georg Rast (WWF), Steffi Lemke (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Reinhardt Klingen (BMVI), Ralf Eggert (IFOK), Dagmar Ziegler (MdB, SPD), Jürgen Klimke (MdB, CDU), Dr. Helge Wendenburg (BMUB), Boris Kluge (BÖB)

Wie können die Nutzung der Elbe als Schifffahrtsstraße und die Erhaltung des Flusses als wertvoller Naturraum miteinander in Einklang gebracht werden? Diese Frage steht im Zentrum des Gesamtkonzeptes Elbe, das am 27. März auf der 2. Regionalkonferenz im Dom zu Magdeburg vorgestellt und mit rund 200 Interessierten diskutiert wurde.

Das präsentierte Konzept entstand in den vergangenen eineinhalb Jahren durch eine intensive Zusammenarbeit zwischen VertrerInnen der Bundes- und Landesbehörden sowie InteressenvertreterInnen aus Umwelt und Wirtschaft im Beratergremium. Bereits im Mai 2016 berichtete das Gremium auf der ersten Regionalkonferenz über einen Zwischenstand. Das Gesamtkonzept Elbe wurde schließlich im Januar 2017 durch das Bund-Länder-Gremium verabschiedet und bildet somit die Grundlage für die Arbeit am Fluss in den kommenden Jahrzehnten. 

So enthält das Gesamtkonzept neben der Leitlinie für die Gestaltung der Elbe auch Vorschläge für Maßnahmen, die in ihrer Kombination sowohl dem Naturschutz als auch der Wasserwirtschaft und dem Verkehr dienen. Eine besondere Bedeutung kommt dem Anschlussprozess zu. Unter Beteiligung der Interessenvertretungen und der Öffentlichkeit werden der vorliegende Handlungsrahmen ausgestaltet und offene Fragen geklärt. Die anwesenden Abgeordneten des deutschen Bundestages begrüßten in der Diskussion mit den anderen Teilnehmenden den gefundenen Kompromiss. „Das Gesamtkonzept ist ein großer Schritt sowohl für den einzigartigen Naturraum als auch die Schifffahrt an der Elbe. Dieses Konzept gilt es nun, gemeinsam mit den Akteuren, Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zu konkretisieren und umzusetzen.“ kommentierte Dagmar Ziegler von der SPD.  

Steffi Lemke von Bündnis 90 / Die Grünen schloss sich dem positiven Zwischenfazit an und betonte dabei die Vorteile für den Naturschutz und Tourismus: „Die Elbe ist ein Touristenmagnet –  reizvolle Natur und einzigartige Landschaft locken die Reisenden hierher. Mit einem Umsatz von bis zu 100 Mio. Euro pro Jahr ist der Elbe-Tourismus ein wesentlicher Wirtschaftsmotor der Region. Die Arbeit am Gesamtkonzept Elbe muss nun fortgesetzt und konkretisiert werden, um die wertvolle Landschaft mit ihrem einmaligen Natur- und Kulturerbe zu bewahren und sie vor Erosion der Sohle und Austrocknung der Auen zu schützen.“ Der Hamburger CDU-Abgeordnete Jürgen Klimke ergänzte dazu mit Blick auf das weitere Vorgehen „Ich werde mich im Deutschen Bundestag dafür einsetzen, dass das Gesamtkonzept Elbe zeitnah mit Maßnahmen unterlegt wird. Dafür wollen wir noch in dieser Legislaturperiode einen Entschließungsantrag einbringen.“

In der Diskussion betonte Stefan Kunze, Vertreter des Elbe Allianz e. V. im Beratergremium, dass die Schifffahrt nach langjährigem Stillstand einen schnellen Beginn der Maßnahmen zur Verbesserung der Abladebedingungen erwartet. Auf die Frage nach seiner Vision für die Elbe in dreißig Jahren nannte er eine lebendige, naturnahe und zuverlässige Wasserstraße Elbe, mit dem Gesamtkonzept seien dafür wichtige Weichen gestellt worden.

Das Gesamtkonzept Elbe sowie die bisherigen Stellungnahmen dazu können unter dem folgenden Link heruntergeladen werden: http://www.gesamtkonzept-elbe.bund.de/Webs/GkElbe/DE/Informationen/Ergeb...