10. Nationale Maritime Konferenz

10. Nationale Maritime Konferenz in Hamburg

An der Konferenz unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin nahmen über 740 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, Forschung, Politik und Verwaltung teil. Schwerpunktthema ist die Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft.

© BMWi/Maurice Weiss

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich die Bedeutung der Häfen für den Produktionsstandort Deutschland

Foto: Dr. Hebenstreit/ERSTU
 

Verkehrsminister Alexander Dobrindt sprach zum Schwerpunktthema "Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft"

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Auf Einladung der Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, fand am 4. April 2017 die 10. Nationale Maritime Konferenz (NMK) mit über 740 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissen-schaft, Forschung, Politik, Verbänden und Verwaltung in Hamburg statt. Die Zukunft der maritimen Wirtschaft im digitalen Zeitalter war das Schwerpunkthema der NMK.

Die Konferenz stand unter dem Motto: "Maritim: exzellent vernetzt – Chancen der Digitalisierung für die maritime Wirtschaft".

„Von unseren Häfen hängt sehr viel ab“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede als Schirmherrin der 10. Nationalen Maritimen Konferenz. „Häfen schaffen unseren Unternehmen den Zugang zu den globalen Märkten, sichern den Produktionsstandort Deutschland und sind effiziente Logistikdienstleister und Wachstumsmotoren unserer Volkswirtschaft.“ Die Bundesregierung wolle die Innovationskraft und die Digitalisierung der Hafenwirtschaft unterstützen und habe daher das neue Förderprogramm IHATEC ins Leben gerufen. Zudem biete das Nationale Hafenkonzept einen umfassenden Ansatz sowie einen strategischen Leitfaden für die Hafenpolitik der kommenden Jahre. Ziel sei, dass die deutschen Umschlagplätze ihre herausragende Position im internationalen Wettbewerb halten. Gleichzeitig gelte es, den Klima- und Umweltschutz unter Einbeziehung von Wirtschaftlichkeitsaspekten bei einem wachsenden Warenverkehr zu verbessern. Die Bundeskanzlerin dankte den Verbänden und Ländern für die Mitarbeit bei der Ausarbeitung des Hafenkonzepts; das Konzept müsse nun mit Tatendrang umgesetzt werden. Die Bundeskanzlerin sprach sich für den Freihandel aus. Handelsbarrieren behinderten Handel und Wettbewerb als wesentliche Voraussetzungen für notwendige Innovation.

Von einer umfassenden Zukunftsoffensive für die maritime Wirtschaft, „mit mehr Entlastungen, mehr Förderung, mehr Mitteln als jemals zuvor“ sprach Bundesverkehrsminister Dobrindt. Der Bund habe bei der Verkehrsinfrastruktur Rekordinvestitionen in die Seehafenhinterlandanbindungen mit dem Schwerpunkt Engpassbeseitigung auf den Weg gebracht. Die Mittel für den Ausbau der Wasserstraßen seien auf von 7,5 Mrd. auf 24,5 Mrd. Euro mehr als verdreifacht worden. Auch wenn Projekte durch Gerichtsentscheide und lange Planungsphasen in die Länge gezogen würden, sorge der Bund dafür, dass Projekte mit finanziellen Mitteln unterlegt seien. Hierbei wurde von Rednern auf der NMK die Notwendigkeit der Vertiefung der Unter- und Außenelbe für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Seehafens Hamburg unterstrichen.

Zu dem Schwerpunktthema der NMK „Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft“ sprach ebenfalls Bundesminister Alexander Dobrindt und stellte ein Maßnahmenpaket hierfür vor: "Die maritime Wirtschaft steht mit der Digitalisierung vor einer echten Effizienzrevolution. Jetzt geht es darum, verbundene Potenziale zu nutzen und unsere Wettbewerbsfähigkeit digital zu behaupten. Dafür starten wir ein umfangreiches Maßnahmenpaket - und investieren kräftig in die Branche: Wir bauen die Gigabit-Netze der Zukunft, fördern die Digitalisierung der Häfen und unterstützen die Ideen von Startups und Gründern für die Schifffahrt 4.0."

Das BMVI-Maßnahmenpaket Digitalisierung für die maritime Wirtschaft umfasst folgende Elemente:

  • Mit dem IHATEC-Programm unterstützt das BMVI die Häfen bei der Erforschung und Entwicklung digitaler Hafentechnologien. Ziel ist die Optimierung von Güterumschlag und Logistik. Im Zeitraum 2017-2020 stehen für IHATEC 64 Millionen Euro bereit. Über 11 Millionen Euro Fördergelder wurden bereits 2017 bewilligt – u. a. für Projekte in Bremen, Hamburg und Wilhelmshaven.
  • Mit einem Sonderprogramm für den Glasfaseranschluss von Häfen und Gewerbegebieten investiert das BMVI 350 Millionen Euro in die Anbindung entsprechender Gebiete an das Gigabit-Netz. Darüber hinaus profitiert die maritime Branche bereits von der 4-Milliarden-Euro-Breitbandförderung für den Glasfaser Anschluss unterversorgter Regionen. So bekommt beispielsweise Hamburg über 7,5 Millionen Euro.
  • Mit dem mFUND unterstützt das BMVI Startups und Gründer - und gibt 100 Millionen Euro für die Entwicklung digitaler Geschäftsideen im Bereich Mobilität. Im Förderverfahren befinden sich zahlreiche Projekte aus der maritimen Wirtschaft. Zum Beispiel gingen bereits 1,7 Millionen Euro in ein Projekt, das maritime Datensätze zur Deutschen Bucht erstellt.‎
  • Um die Kompetenzen von Bund, Ländern und Gewerkschaften in der maritimen Wirtschaft zusammenzuführen und intelligent zu koordinieren, startet Bundes-minister Dobrindt das Deutsche Maritime Zentrum (DMZ). Der Verein mit Sitz in Hamburg wird sich zukünftig um sämtliche Themen der maritimen Branche wie Digitalisierung, Ausbildung, Umweltschutz und Wissenstransfer kümmern. Das BMVI stellt für die Gründung des DMZ rund 9 Millionen Euro bis 2019 bereit.
  • Bundesminister Dobrindt stellte weiterhin die Verlängerung des Förderprogramms IHATEC über das Jahr 2020 hinaus in Aussicht und bot zudem an, ein Digitales Testfeld Hafen zu entwickeln, das ähnlich wie die Autobahn A9 die Möglichkeit bieten soll, die Digitalisierung des realen Verkehrs im Hafengebiet zu testen.

Dieses Testfeld sollte nach Vorschlag des Bundesministers der Hafen Hamburg sein.

Unterzeichnet wurde auf der 10. NMK ein gemeinsames Positionspapier zur Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft. Der Maritime Koordinator Uwe Beckmeyer sagte hierzu: „Die Unternehmen der maritimen Wirtschaft sind als Logistikbranche seit jeher eng verflochten. Im Zuge der Digitalisierung erleben wir aber, dass sich Produktions- und Dienstleistungsprozesse zunehmend vernetzen. Wir wollen die maritime Wirtschaft dabei unterstützen, ganze Wertschöpfungsketten zu entwickeln und so weltweit erfolgreich zu agieren.“

Daneben standen weitere Maßnahmen zur Umsetzung der Maritimen Agenda 2025 im Fokus, insbesondere die Nachhaltigkeit im Seeverkehr sowie der Beitrag maritimer Technologien zur Energiewende.

Die Verbände der maritimen Wirtschaft, hierunter auch unser Verband, die Elbe Allianz e.V., ziehen eine positive Bilanz aus der 10. Nationalen Maritimen Konferenz. Der Beschluss des Deutschen Bundestages, die klaren Aussagen der Bundeskanzlerin und der Bundesminister – ob zu IHATEC, Handelspolitik oder dem Digitalen Testfeld Hafen – und die Erklärung zur Digitalisierung bilden im Zusammenspiel mit dem Nationalen Hafenkonzept, dem Bundesverkehrswegeplan und der Maritimen Agenda einen optimistisch stimmenden Rahmen für das Arbeitsprogramm der nächsten Bundesregierung.

Quelle: www.bmwi.de; www.bmvi.de; „Portnews“ Nr. 06/2017 (HHM)